Was hat ADHS mit kreativer Arbeit zu tun?
Diese Frage begleitet mich schon lange – beruflich, persönlich und manchmal auch ziemlich laut im eigenen Kopf.
Auf der DAKON wurde ich im Podcast „POWER 1-2-1“ von Carsten Meiners, BNI Hannover, genau dazu befragt. Daraus entstand ein sehr persönliches, aufschlussreiches und selbstehrliches Gespräch über ADHS, kreative Arbeit, Hyperkreativität, Cartoons und den Umgang mit vermeintlichen Schwächen. Carsten Meiners zeigte sich dabei als erfahrener und souveräner Gesprächspartner. Er stellte die richtigen Fragen, ließ Raum für ausführliche Antworten und führte das Gespräch mit einer angenehmen Mischung aus Klarheit, Interesse und Feingefühl.
Für mich ist ADHS nicht einfach nur Chaos im Kopf. Es ist Tempo. Ideenfülle. Reizoffenheit. Der Blick um drei Ecken gleichzeitig. Manchmal ist das anstrengend, manchmal überfordernd – aber es ist eben auch eine enorme kreative Kraft.
Viele meiner Cartoons entstehen genau aus diesem inneren Ideenfeuerwerk. Aus Beobachtungen, Überforderung, Humor, Tempo und dem Versuch, Dinge sichtbar zu machen, für die manchmal die Worte fehlen. Manchmal entstehen sie aber auch aus Schmerz und Frustration. Aus Momenten, in denen etwas drückt, nervt, weh tut oder einfach nicht in die Welt passt. Dann wird aus einem inneren Knoten irgendwann eine Zeichnung. Und manchmal sogar ein Witz. Das ist für mich eine der stärksten Seiten von kreativer Arbeit: Sie kann etwas verwandeln. Nicht wegzaubern, nicht schönreden, nicht reparieren – aber sichtbar machen. Greifbar machen. Teilbar machen.
Ich denke: Wenn wir offener mit unseren vermeintlichen Schwächen umgehen, können sie sich verändern. Nicht immer sofort. Nicht immer einfach. Aber manchmal werden aus Schwächen Potenziale. Aus Unsicherheit wird Klarheit. Aus Chaos wird ein Bild. Aus Überforderung wird ganz schnell mal Humor als mental-emotionaler Notausgang.
Im Podcast spreche ich darüber, wie ADHS meine Arbeit als Cartoonist prägt, warum Kreativität nicht immer bequem ist und weshalb aus innerem Durcheinander manchmal ziemlich klare – und manchmal ziemlich lustige – Bilder entstehen.
Den Podcast verlinke ich hier – unbedingt auch dann die anderen spannenden Gespräche anhören:












